BAUEN MIT NATURELLEN BAUSTOFFEN

Biokonstruktionen sind Häuser aus den Rohstoffen der Natur wie z.B. Holz, Stroh, Naturstein oder Lehm. Vor noch knapp 1oo Jahren verwendeten wir alles, was die Umgebung und das Umland zu bieten hatte und jede Region verlieh sich somit seinen eigenen baulichen Charakter. In den letzten zwei Generationen haben wir dieses Wissen für eine Weile vergraben und uns dem Fortschritt fest mit ihren industriellen Baustoffen wie Beton oder Stahl anvertraut.

Die alte Bauweise nennen wir heute Biokonstruktion oder ökologisches Bauen, die intelligente Gartennutzung Permakultur. Es ist schön, dass ein Umdenken vielerorts stattfindet und Naturbaustoffe eine Renaissance erleben. Ein energie- und kostensparendes Bauen wird wieder vermehrt gefordert. In Deutschland haben wir den Vorteil, die Auswahl zu haben, auf eine Vielzahl grüner industriell gefertigter Alternativen im Baubereich zurückgreifen zu können.

Vollholzhäuser, Lehmwände und -putze, Dämmungen aus Holz, Hanf, Flachs, Zellulose bieten in Deutschland neben dem Dämmungswahnsinn mit Styropor und Glaswolle eine gesunde Alternative.

Hier in Südamerika ist das Bauen etwas einfacher, das Angebot jedoch nicht annähernd so vielfältig. Viele Familien leben an der Einkommensuntergrenze. Daher kommt es vor, dass hier oft alles verwendet wird, was die Natur zu bieten hat, und wir können über den Erfindungsreichtum erstaunt sein, wie schöne Häuser und Ideen wiederzufinden sind. Häuser entstehen aus Holz und Lehm und wiederverwendeten Materialien, denen sie eine neue Funktion geben. Ganze Dörfer wie la Taona im Landesteil Rocha von Uruguay beschränken sich auf die naturellen Materialien beim Bau ihre Häuser.

Wirtschaftlich gesehen, finden wir Lehm in vielen Teilen unserer Erde, und er kann meistens direkt auf der Baustelle entnommen werden. Einfach in der Verarbeitung ist er einer der meist verwendeten Baustoffe. Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit durch seine geringe Gleichgewichtsfeuchte und greift damit entstehende Feuchtigkeit schnell auf um sie dann bei Bedarf wieder an die Luft zurückzuführen. Der Feuchtigkeitsaustausch schützt Bewohner von Lehmhäusern vor dem Austrocknen der Schleimhäute, reduziert die Feinstaubbildung, welches Erkältungskrankheiten vorbeugt.

Die geringe Gleichgewichtsfeuchte von Lehm in Kombination mit Holz oder anderen organischen Materialien entzieht durch das Entfeuchten Pilzen und Insekten den Nährboden. Je nach Stärke der Konstruktion und der geografischen Ausrichtung, unterstützt Lehm den Energieaustausch und spart Energiekosten ein.

Durch die unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden ergibt sich gleichzeitig eine Auswahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Ob Stampflehmwände, Super Adobe oder die verschiedensten Putztechniken. Alle verleihen einen eigenen spezifischen Charakter. Die Vorteile der Wasserlöslichkeit in der einfachen Verarbeitung, sind die zu beachtenden Details in der Anwendung im Außenbereich. Diese Flächen müssen, neben baulichen Maßnahmen, durch Zugaben oder naturellen Anstrichen wetterresistent gemacht werden. Im Inneren kann zudem mit Erdfarben dekoriert werden und bietet mit dem dunklen Baustoff eine angenehme Gestaltungsalternative. Regale, Bilder, Öfen, Waschbecken und vieles mehr, können alle aus dem gleichen Baustoff harmonisch in das Gesamtbild mit eingearbeitet werden.

Lehmkuppeln, Gründächer, Strohdächer oder Ziegeldächer zeigen Möglichkeiten auf, das Dach mit natürlichen Baustoffen zu decken.