DAS FACHWERK

Die Fachwerkbauweise war die in Europa vorherrschende Bauart vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert in Mitteleuropa. Sie war von nördlich der Alpen bis nach England zu finden. Als Bauholz wurde in der Antike Rundholz aus dem Wald mit dem Breitbeil oder Drechsel in eine quadratische Form geschlagen und mittels zimmermannsmäßiger Holzverbindungen, fast ohne die Verwendung metallischer Verbindungsmittel, zusammengebaut.

Diese Arbeiten wurden früher von jedem Zimmermann, früher auch Baumeister, beherrscht. Die Balken wurden direkt auf der Baustelle angerissen und ausgearbeitet. Charakteristisch für das Fachwerk sind die Gefache, die durch die Ständer und Streben entstehen. Ganz nach Region und Baumeister ließ sich in jeder Region oder Stadt ein besonderer Stil entdecken. Dabei wird in die drei unterschiedlichen Hauptstile des Alemannischen Fachwerks, des Fränkischem und des Norddeutschem Fachwerks unterteilt. Die Gefache wurden mit dem sich anbietenden Material ausgefüllt. Vorherrschend war dabei im Norden der Klinker und im Süden der Lehm, der mit den unterschiedlichsten Techniken verarbeitet wurde.

Aufeinandertreffende Holzteile wurden meist verzapft und mit Holznägeln gesichert. Die Löcher für Zapfen und Loch werden versetzt gebohrt, damit sich der Zapfen ins Holz zieht. Die Holznägel, die mindestens 2cm über die Balken herausschauen, sind ein weiteres Markenzeichen des Fachwerks.

Weitere Holzverbindungen im traditionellen Fachwerk sind Verzapfungen, Kämme und Blattungen die in ihren verschiedenen Formen bei den unterschiedlichen Detailaufgaben angewandt werden. Die Bauteile wurden beim Abbund traditionell mit Bundzeichen beschlagen und beschreiben dem Zimmermann den genauen Ort des Einbaus.