DER ZIMMERMANN FRÜHER UND HEUTE

Der Zimmermannsberuf war schon seit jeher eng mit Bräuchen und Traditionen verbunden. Die aus Weste, Cordhose, Staude (kragenloses Hemd) und dem Schlapphut auf dem Kopf tragend beschreibt die markante Arbeitskleidung der Zimmerer. Wenn man Glück hat, sieht der ein oder anderen sogar noch heute auf der Straße Wandergesellen in der traditionellen Kluft herumtippeln. Mit ihrem Stenz und ihrem Charly auf dem Rücken wirken sie, wo alles sich um sie herum weiterentwickelte, wie aus einem anderen Zeitalter herausgegriffen. Diese schöne Tradition besteht bis heute und wird noch von einigen wenigen weitergelebt.

Machen wir eine Zeitreise zurück an den Anfang des 19 Jahrhunderts als die Baustellen voll von den verschiedensten Handwerkern waren. Wir sehen die Zimmerleute wie sie gemeinsam auf den Balken sitzen, mit dem Klopfholz auf den Stechbeitel schlagend, eine Melodie erzeugend und gleichzeitig das Zapfenloch ausstemmend. Dazu wurde noch eines der vielen alten Handwerkerlieder zum Takt angeschallert. Schön der Blick zurück, nostalgisch, aber natürlich auch hart das Leben für die Zimmerleute damals. Die Häuser entstanden nach alt überlieferten Erfahrungswerten, langsam und mit hoher Qualität und mit Hilfe der einfachsten Handwerkzeuge. Die Bäume wurden nach dem Fällen noch mit dem Breitbeil behauen oder mit der Schrotsäge zu zweit in Form gebracht.

Die Schmiede schlugen Scharniere und schmiedeten die Nägel für die Bauten, Steinmetze behauten die Steine und die Maurer zogen die Wände hoch. Die Ziegel und Steine wurden im Dorf oder oft vor Ort im Ziegelofen gebrannt. Alles brauchte seine zeitliche Hingabe. Die Bauhandwerker hinterließen jedem Haus ihre persönliche individuelle Handschrift und verliehen ihnen damit einen eigenen Charakter.
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Die traditionelle Zimmerei, wie es die alten Fachwerkhäuser noch beschreiben, sind die Überbleibsel vielen alten Wissens. Wunderschöne Handarbeiten in den Verbindungen und Schnitzereien zieren die Häuser und werden fast ohne Stahl und Nägel zusammengehalten. Die verschiedenen Verzapfungen, Kammverbindungen und Blätter wurden für jedes Detail passgenau gezimmert. Holznägel sichern dabei die Konstruktion vor dem Verrutschen.

Die Zimmererkunst, das Schiften, bedeutet anreißen (anzeichnen) und abbinden(ausarbeiten) der verschiedenen Hölzer. Räumliche Vorstellungskraft und das Beherrschen der verschiedenen Winkelfunktionen sind Voraussetzungen für einen guten Zimmermann. Aufgerichtet das eigene abgebundende Werk zu begutachten, ist einer der schönsten Momente im Zimmermannseberuf, das darauffolgende traditionelle Richtfest nicht zu verleugnen. Traditionell, wenn das Dach fertig gestellt wurde, veranstaltete der Bauherr ein Fest zum Dank an die Handwerker und in der antike war es zugleich ein Teil des Lohns. Diese segnen im Gegenzug Haus und Hof vom Dach herab. Als Kennzeichen eines gesegneten Hauses und gütigen Bauherren wird als Zeichen der Richtbaum oder -kranz am Dachfirst befestigt. Ein umgedrehter Besenstil an den First genagelt, dient als Kennzeichnung des Gegenteils.

Wer noch mit alten Meistern eine Zeit miterleben durfte und sein Handwerk traditionell erlernte, besitzt einen wertvollen Erfahrungsschatz in unserer heutigen Zeit. Der Fortschritt ist wie überall auch im Zimmererhandwerk angekommen, und so haben große Abbundanlagen die Konkurrenz zur Tradition angetreten.